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Rundholz verkaufen: Was Waldbesitzer über Sortierung, Vermessung und Preis wissen sollten

Wer Rundholz verkaufen möchte, merkt schnell: Der Weg vom gefällten Stamm zum Erlös steckt voller Fachbegriffe. Festmeter, Mittendurchmesser, Güteklasse, Leitsortiment, Rindenabzug. Was davon entscheidet am Ende über den Preis, und worauf können Sie als Waldbesitzer selbst Einfluss nehmen? In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Stämme vermessen und sortiert werden, wie sich der Preis je Festmeter zusammensetzt und mit welchen einfachen Handgriffen Sie aus Ihrem Holz mehr herausholen. Als Familiensägewerk im Bayerischen Wald kaufen wir seit Generationen Rundholz aus der Region an und wissen, dass eine nachvollziehbare Abrechnung die Grundlage jeder guten Zusammenarbeit ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rundholz wird je Festmeter gehandelt, also je Kubikmeter fester Holzmasse, nicht je Stück oder Gewicht.
  • Der Preis hängt an vier Stellschrauben: Holzart, Güteklasse, Stärke (Mittendurchmesser) und Länge. Dazu kommt die aktuelle Marktlage.
  • Vermessen wird über den Mittendurchmesser in der Stammmitte (ohne Rinde); daraus ergibt sich mit der Länge der Festmeter-Inhalt.
  • Sortiert wird nach Güte (A bis D) und Stärkeklasse; das „Leitsortiment“ der Fichte dient als Preis-Bezugsgröße.
  • Gerade ausgeformte, gesunde und zügig vermarktete Stämme bringen den besten Erlös. Kurze Wege zu einem regionalen Abnehmer sparen zusätzlich.

Vom Stamm zum Erlös: der Weg in Kürze

Zwischen dem Fällen im Wald und der Gutschrift auf Ihrem Konto liegen drei Schritte, die den Preis bestimmen: Die Stämme werden vermessen (wie viel Holz steckt drin?), sortiert (welche Qualität und Stärke?) und schließlich anhand von Holzart und Marktlage bepreist. Alle drei Schritte folgen festen Regeln. Bundesweit richtet sich der Rohholzhandel heute nach der Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel in Deutschland (RVR), einem gemeinsamen Regelwerk von Forst- und Holzwirtschaft, das die früheren Handelsklassen-Sortiervorschriften abgelöst hat. Es sorgt dafür, dass „ein Festmeter Güte B“ bei jedem seriösen Abnehmer das Gleiche bedeutet.

Bevor wir in die Details gehen, zeigt die folgende Übersicht die vier Stellschrauben, an denen Ihr Erlös hängt, und worauf Sie selbst Einfluss haben:

Stellschraube Was dahintersteckt Ihr Einfluss
Holzart Fichte, Tanne, Kiefer, Strobe, Laubholz, jede hat ihren eigenen Markt. gering (steht im Wald)
Güte (A bis D) Astigkeit, Geradheit, Gesundheit, also die „innere“ Qualität. mittel (sauberes Ausformen)
Stärke Mittendurchmesser des Stamms, in Stärkeklassen gestaffelt. gering (Baumalter)
Länge Handelslängen (oft 4 m und mehr) plus Übermaß. hoch (richtig aushalten)
Marktlage Angebot und Nachfrage, Saison, Schadholzmengen. mittel (Zeitpunkt wählen)
Die fünf Faktoren, die beim Rundholzverkauf über den Erlös entscheiden, manche sind vorgegeben, andere haben Sie selbst in der Hand.

Wie Rundholz vermessen wird

Die entscheidende Größe beim Rundholz ist nicht das Gewicht, sondern das Volumen an fester Holzmasse, gemessen in Festmeter (Fm). Ein Festmeter ist genau ein Kubikmeter reines Holz ohne Luftzwischenräume. Um ihn zu bestimmen, braucht es zwei Werte: den Durchmesser des Stamms und seine Länge.

Gemessen wird der Mittendurchmesser, also der Durchmesser genau in der Mitte des Stamms, und zwar ohne Rinde. Weil ein Stamm selten perfekt rund ist, wird in der Praxis über Kreuz gemessen und gemittelt; das Ergebnis wird auf volle Zentimeter abgerundet. Für die Rinde, die man ja nicht mitbezahlt, zieht man nach Tabelle einen Betrag ab (den sogenannten Rindenabzug). Aus Mittendurchmesser und Länge ergibt sich der Festmeter-Inhalt nach der Mittenstärken- oder Huber’schen Formel: Querschnittsfläche in der Stammmitte mal Länge. Vereinfacht ausgedrückt: Je dicker in der Mitte und je länger, desto mehr Festmeter.

Bei den Längen gibt es Handelsmaße, häufig 4 Meter und Vielfache davon. Damit beim Schnitt nichts fehlt, liefern Sie ein kleines Übermaß mit (üblich sind rund ein Prozent plus ein paar Zentimeter). Vermessen wird entweder im Wald an der Rückegasse beziehungsweise Waldstraße oder elektronisch im Werk. Moderne Werksvermessung tastet jeden Stamm dreidimensional ab und protokolliert jedes Maß. Wichtig für Sie: Eine seriöse Abrechnung liefert Ihnen ein nachvollziehbares Vermessungsprotokoll, Stamm für Stamm.

Gestapeltes Fichtenrundholz mit sichtbaren Stirnseiten und farbigen Sortiermarkierungen auf dem Lagerplatz des Sägewerk Lettl
An den Stirnseiten wird der Mittendurchmesser bestimmt; die farbigen Markierungen zeigen, dass das Holz bereits nach Güte und Stärke sortiert ist.

Sortierung nach Güte und Stärke

Zwei Stämme mit demselben Festmeter-Inhalt können sehr unterschiedlich viel wert sein, je nachdem, wie gut und wie dick sie sind. Deshalb wird jeder Stamm zusätzlich einsortiert, und zwar nach zwei Kriterien: der Güte (Qualität) und der Stärke (Durchmesser).

Die Güteklasse beschreibt, wie fehlerfrei das Holz ist. Beurteilt werden vor allem Astigkeit, Geradheit, Gesundheit und der Jahrringbau. Üblich sind vier Stufen:

Güteklasse Merkmale Typische Verwendung
A astfrei, gesund, gerade, Spitzenqualität Furnier, hochwertige Sichtware (bei Fichte selten)
B gesund, nur geringe Fehler, der Normalfall Bauholz, Schnittholz, das Brot-und-Butter-Sortiment
C deutlichere Äste, leichte Krümmung einfaches Bau- und Verpackungsholz
D starke Merkmale, noch sägefähig Industrie- und Palettenholz
Die Güteklassen A bis D nach den Regeln des Rohholzhandels (Orientierung; die genauen Merkmale sind je Holzart definiert).

Die Stärkeklasse fasst Stämme nach ihrem Mittendurchmesser zu Gruppen zusammen. In der Praxis haben sich dafür Klassen eingebürgert, die von schwachem bis zu starkem Holz reichen. Als grobe Orientierung: Klasse 1 (10 bis 14 cm), 2 (15 bis 19 cm), 3a (20 bis 24 cm), 3b (25 bis 29 cm), 4 (30 bis 39 cm), 5 (40 bis 49 cm) und darüber. Grundsätzlich gilt: Je stärker der Stamm, desto wertvoller, weil sich daraus breitere und längere Schnittware gewinnen lässt. Für die Preisbildung dient bei der Fichte das sogenannte Leitsortiment als Bezugsgröße: gesundes Holz der Güte B in mittlerer Stärke und üblicher Länge. An ihm orientieren sich die Notierungen, von denen aus schwächere oder bessere Sortimente auf- oder abgewertet werden.

Diese Sortierung des Rundholzes ist übrigens nicht zu verwechseln mit der Festigkeitssortierung des fertigen Bauholzes. Wie aus dem Stamm am Ende ein tragfähiges Kantholz mit Stempel wird, lesen Sie in unserem Ratgeber zu den Sortierklassen bei Bauholz (C24, S10).

💡 Unser Tipp: Halten Sie unterschiedliche Qualitäten schon im Wald getrennt: gutes Stammholz nicht mit krummem oder käferbefallenem Holz auf denselben Polter. Eine saubere Vorsortierung erspart Abschläge und macht die Abrechnung für beide Seiten einfacher.

Was den Preis bestimmt

Der Rundholzpreis wird je Festmeter angegeben und entsteht aus dem Zusammenspiel der genannten Merkmale: Eine starke, gerade Fichte der Güte B bringt deutlich mehr als dünnes, astiges Industrieholz. Dazu kommt die Marktlage, und die schwankt spürbar: Nach Sturm- oder Käferereignissen drückt viel Schadholz auf den Markt und damit auf den Preis, in nachfragestarken Zeiten ziehen die Notierungen an. Gesundheit ist dabei ein eigener Hebel: frisches, bläue- und fäulefreies Holz erzielt mehr als lange liegendes oder vom Borkenkäfer gezeichnetes.

Konkrete Zahlen nennen wir hier bewusst nicht, denn ein seriöser Preis lässt sich erst nach der Vermessung und Sortierung Ihres Holzes benennen, pauschale Beträge wären unseriös und am nächsten Tag schon wieder überholt. Was Ihr Rundholz aktuell wert ist, sagen wir Ihnen gern nach einem kurzen Blick auf Menge, Holzart und Qualität. Wie sich Festmeter später in konkrete Schnittholz-Mengen übersetzen, zeigen wir im Ratgeber Kubikmeter Holz berechnen.

Moderne Sortier- und Verarbeitungsanlage im Sägewerk Lettl in Viechtach, in der angeliefertes Rundholz weiterverarbeitet wird
Im Werk wird jeder Stamm erfasst und weiterverarbeitet, kurze Wege vom Wald in die Halle bedeuten frisches Holz und eine zügige Abrechnung.

So holen Sie mehr aus Ihrem Holz

Einiges liegt im Wald fest: die Holzart, das Alter, die gewachsene Stärke. Anderes haben Sie selbst in der Hand, und genau dort entscheidet sich oft der Unterschied zwischen einem guten und einem durchschnittlichen Erlös. Die wichtigsten Hebel:

  • Sauber ausformen: den Stamm so ablängen, dass gerade, astarme Abschnitte in eine hohe Güte fallen, statt einen Fehler über die ganze Länge mitzuschleppen.
  • Nach Güte und Stärke getrennt poltern: gutes Stammholz nicht mit Schwach- oder Schadholz mischen.
  • Zügig vermarkten: frisches Holz ist mehr wert. Käferholz gehört so schnell wie möglich aus dem Wald, bevor Bläue und Insekten die Güte mindern.
  • An einer befahrbaren Waldstraße lagern: ein gut erreichbarer Polter senkt die Rückekosten und macht Ihr Holz für den Abnehmer attraktiver.
  • Mengen bündeln: auch kleinere Mengen lohnen sich, wer sie mit Nachbarn oder über mehrere Hiebe zusammenlegt, verhandelt leichter.

Und manchmal ist der Verkauf gar nicht der beste Weg: Wenn Sie das Holz für den eigenen Stall, die Scheune oder den Hausbau brauchen, kann es sich lohnen, es im Lohnschnitt zu Schnittholz veredeln zu lassen und selbst zu verwenden, statt es zu verkaufen.

Rundholz aus der Region: wir kaufen an

Fichte, Tanne, Kiefer oder Strobe: Melden Sie uns Menge, Holzart und ungefähre Stärke, wir vermessen, sortieren und machen Ihnen ein faires Angebot mit nachvollziehbarer Abrechnung.

Rundholz anbieten →

Ihr regionaler Abnehmer im Bayerischen Wald

Seit 1925 und mittlerweile in vierter Generation verarbeiten wir in Viechtach Holz aus dem Bayerischen Wald. Für Waldbesitzer aus der Region bedeutet das vor allem eines: kurze Wege. Ihr Rundholz muss nicht quer durch die Republik gekarrt werden, sondern wird dort gesägt, wo es gewachsen ist. Das spart Transport, hält die Wertschöpfung in der Region und sorgt dafür, dass Ihr Holz frisch in die Verarbeitung kommt, ein Vorteil, der sich in der Güte niederschlägt.

Welche Holzart für welchen Zweck in Frage kommt und wie sich Fichte, Tanne, Kiefer und Strobe unterscheiden, haben wir im Ratgeber zu den heimischen Holzarten im Vergleich zusammengefasst. Den Strom für unsere Anlagen gewinnen wir aus Wasser- und Sonnenenergie, und wir gehen mit dem Rohstoff so um, wie es ein Familienbetrieb tut, der auch in hundert Jahren noch Holz sägen will: sorgsam, bis zum letzten Span. Ob Sie regelmäßig Holz einschlagen oder einmalig einen Hieb vermarkten möchten, sprechen Sie uns an. Wir nehmen uns Zeit, schauen uns Ihr Holz an und rechnen fair und nachvollziehbar ab.

Fazit

Rundholz zu verkaufen ist kein Buch mit sieben Siegeln, wenn man die drei Schritte kennt: vermessen, sortieren, bepreisen. Der Festmeter ist die Währung, Mittendurchmesser und Länge liefern die Menge, Güte und Stärke bestimmen die Qualität, und die Marktlage gibt den Takt vor. Vieles davon steht im Wald schon fest, doch mit sauberem Ausformen, getrennter Lagerung und zügiger Vermarktung haben Sie einen echten Hebel in der Hand. Am einfachsten wird es mit einem regionalen Partner, der transparent vermisst und fair abrechnet, damit aus Ihrem Holz der Erlös wird, den es verdient.

Häufige Fragen zum Rundholzverkauf

In welcher Einheit wird Rundholz verkauft?

Rundholz wird je Festmeter (Fm) gehandelt, das ist ein Kubikmeter fester Holzmasse ohne Luftzwischenräume. Nicht das Gewicht und nicht die Stückzahl zählen, sondern das reine Holzvolumen, das sich aus Mittendurchmesser und Länge jedes Stamms errechnet.

Wie wird der Durchmesser eines Stamms gemessen?

Gemessen wird der Mittendurchmesser in der Mitte des Stamms, und zwar ohne Rinde. Da ein Stamm nicht perfekt rund ist, misst man über Kreuz und mittelt, dann wird auf volle Zentimeter abgerundet. Für die Rinde zieht man nach Tabelle einen Betrag ab.

Was bedeuten die Güteklassen A, B, C und D?

Sie beschreiben die Qualität des Holzes: A ist astfreie Spitzenware, B gesundes Holz mit nur geringen Fehlern (der Normalfall und das Bauholz-Sortiment), C hat deutlichere Äste oder Krümmung, D ist stark merkmalbehaftet, aber noch sägefähig. Je besser die Güte, desto höher der Preis.

Lohnt sich der Verkauf auch bei kleinen Mengen?

Ja. Auch einzelne Stämme oder der Ertrag aus einem kleinen Hieb lassen sich vermarkten. Wer mehrere Hiebe bündelt, an einer befahrbaren Waldstraße poltert und sauber vorsortiert, verbessert die Ausgangslage. Sprechen Sie uns einfach mit Ihrer Menge an, wir sagen Ihnen, was möglich ist.

Soll ich mein Rundholz verkaufen oder sägen lassen?

Das hängt davon ab, ob Sie das Holz selbst brauchen. Wollen Sie Bauholz für Stall, Scheune oder Haus, kann sich der Lohnschnitt lohnen: Sie behalten Ihr Holz und lassen es nur veredeln. Haben Sie keine eigene Verwendung, ist der Verkauf des Rundholzes der direktere Weg zum Erlös.

Warum schwanken die Rundholzpreise so stark?

Weil der Markt auf Angebot und Nachfrage reagiert. Nach Stürmen oder in Borkenkäferjahren kommt viel Schadholz auf einmal auf den Markt und drückt die Preise; in nachfragestarken Phasen steigen sie wieder. Deshalb lässt sich ein belastbarer Preis erst nennen, wenn Holz, Menge und Marktlage konkret vorliegen.

Rundholz verkaufen, fair vermessen, fair bezahlt

Wir kaufen Rundholz aus dem Bayerischen Wald an: transparente Vermessung, nachvollziehbare Abrechnung, kurze Wege. Familienbetrieb seit 1925 in Viechtach.

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