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KVH, BSH oder Massivholz: Welches Bauholz für Ihr Projekt?

Wer mit Holz baut, steht früher oder später vor derselben Frage: Welches Bauholz ist das richtige – das günstige sägeraue Kantholz, das maßhaltige KVH oder das hochbelastbare BSH? Die Begriffe klingen technisch, dahinter steckt aber eine einfache Logik: Jedes dieser Hölzer hat seine Stärken, und welches sich lohnt, hängt davon ab, ob das Holz sichtbar bleibt, welche Lasten es trägt und wie viel Maßgenauigkeit Ihr Projekt verlangt. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen verständlich die Unterschiede zwischen KVH, BSH und klassischem Massivholz – damit Sie für Dachstuhl, Carport oder Anbau das passende Holz wählen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Massivholz (sägerau) ist das günstige Allround-Bauholz für untergeordnete und verdeckte Konstruktionen – es darf arbeiten und reißen.
  • KVH (Konstruktionsvollholz) ist technisch getrocknet, gehobelt und gefast – maßhaltig, rissärmer und schön für sichtbare Konstruktionen.
  • BSH (Brettschichtholz) besteht aus verklebten Lamellen – extrem formstabil und tragfähig, ideal für große Spannweiten.
  • Faustregel: verdeckt & sparsam → Massivholz · sichtbar → KVH · weit & schwer → BSH.
  • Entscheidend ist die Holzfeuchte: Bauen Sie nie mit zu feuchtem Holz – das spart später Ärger durch Verzug und Risse.

Die drei Bauhölzer auf einen Blick

Im Kern unterscheiden sich die drei Hölzer in drei Punkten: wie trocken sie sind, wie sie verarbeitet wurden und wie viel sie tragen. Sägeraues Massivholz kommt nahezu direkt vom Sägegatter, KVH wird zusätzlich getrocknet und gehobelt, und BSH wird aus mehreren Brettlagen zusammengeleimt. Daraus ergeben sich Preis, Optik und Einsatzbereich. Die folgende Übersicht bringt es auf den Punkt:

Merkmal Massivholz (sägerau) KVH BSH
Holzfeuchte höher (oft > 20 %) techn. getrocknet ~15 % techn. getrocknet ~12 %
Oberfläche sägerau gehobelt & gefast gehobelt, sichtbar schön
Maßhaltigkeit arbeitet, kann reißen hoch, rissarm sehr hoch, formstabil
Spannweite/Last gut gut bis sehr gut sehr groß
Preis günstig mittel höher
Ideal für verdeckte Bauteile, Lattung, Schalung sichtbare Dachstühle, Carports, Wände Träger, große Spannweiten, Hallen
KVH, BSH und sägeraues Massivholz im direkten Vergleich. (Richtwerte – die genaue Auslegung richtet sich nach Statik und Einsatzort.)

Klassisches Massivholz (sägerau)

Sägeraues Massivholz – im Alltag oft schlicht „Kantholz“, „Latte“ oder „Brett“ genannt – ist das ursprüngliche Bauholz: aus dem Stamm geschnitten, auf Maß gesägt, fertig. Es trocknet erst nach dem Einbau auf das Niveau seiner Umgebung herunter und „arbeitet“ dabei. Das heißt: Es kann sich leicht verziehen, schwinden und feine Risse bekommen. Bei verdeckten oder untergeordneten Bauteilen spielt das keine Rolle – dort zählt vor allem der Preis, und der ist beim sägerauen Holz konkurrenzlos günstig.

Typische Einsätze sind Dachlattung, Konterlattung, Schalung, Unterkonstruktionen sowie land- und forstwirtschaftliche Bauten. Auch ein einfacher Geräteschuppen oder eine Zaununterkonstruktion lassen sich damit wirtschaftlich umsetzen. Überall dort, wo das Holz später nicht zu sehen ist und ein paar Millimeter Bewegung nicht stören, ist Massivholz die vernünftige Wahl.

KVH – Konstruktionsvollholz

Konstruktionsvollholz, kurz KVH, ist gewissermaßen das veredelte Massivholz. Es wird in der Trockenkammer auf eine Holzfeuchte von rund 15 % heruntergetrocknet, anschließend rundum gehobelt und an den Kanten gefast. Durch die kontrollierte Trocknung schwindet und reißt es nach dem Einbau kaum noch, bleibt maßhaltig und sieht mit seiner glatten Oberfläche deutlich wertiger aus. Zugleich schützt die niedrige Feuchte vor Pilz- und Insektenbefall – ein chemischer Holzschutz ist bei trocken verbautem KVH in der Regel nicht nötig.

Damit ist KVH die erste Wahl überall dort, wo Holz sichtbar bleibt und Maßgenauigkeit gefragt ist: offene Dachstühle, Wandständer im Holzrahmenbau, Carports, Pergolen oder ein sichtbarer Dachüberstand. Für längere, durchgehende Bauteile gibt es KVH auch keilgezinkt – dabei werden kürzere Abschnitte stirnseitig zackenförmig verleimt, was sehr lange, gerade Hölzer ohne Schwachstellen ergibt.

Gestapeltes, gehobeltes Konstruktionsvollholz (KVH) im Holzlager des Sägewerk Lettl
Gehobeltes KVH bleibt maßhaltig und sieht auch sichtbar verbaut hochwertig aus.

BSH – Brettschichtholz

Beim Brettschichtholz (BSH, oft „Leimbinder“ genannt) werden mehrere getrocknete, gehobelte Brettlagen faserparallel miteinander verleimt. Das Ergebnis ist ein Bauteil, das deutlich tragfähiger und formstabiler ist als gewachsenes Holz – weil Äste und Spannungen über viele Lamellen verteilt sind und sich gegenseitig ausgleichen. BSH verzieht sich praktisch nicht, hält große Lasten und lässt sich in Längen und Querschnitten herstellen, die aus einem einzelnen Stamm nie zu gewinnen wären. Sogar gebogene Träger sind möglich.

Sein Revier sind die großen Spannweiten: Unterzüge, durchgehende Träger über breite Öffnungen, Carports und Garagen ohne Mittelstütze, Hallendächer oder ein großzügiger offener Wohnbereich. Wo Massivholz oder KVH an ihre Grenzen kommen, trägt BSH zuverlässig weiter. Dafür ist es das teuerste der drei Hölzer – ein Aufpreis, der sich nur dort lohnt, wo seine Stärken wirklich gebraucht werden.

Welches Holz für welches Projekt?

In der Praxis kombiniert man die drei Hölzer oft im selben Bauvorhaben – jedes dort, wo es seine Stärke ausspielt. Diese Beispiele zeigen, wie die Wahl typischerweise ausfällt:

  • Sichtbarer Dachstuhl im Wohnhaus: KVH – maßhaltig und schön, ohne störende Risse über dem Kopf.
  • Dachlattung und Schalung darüber: sägeraues Massivholz – verdeckt, günstig, völlig ausreichend.
  • Carport ohne Mittelstütze / breite Einfahrt: BSH als tragender Träger, Stützen und Sparren in KVH.
  • Holzrahmen-Anbau oder Gartenhaus: KVH für das sichtbare Ständerwerk, Massivholz für Verdecktes.
  • Großer Unterzug über einer offenen Wohnküche: BSH – nur er hält die Spannweite formstabil.

Sie müssen das nicht allein entscheiden: Sagen Sie uns, was Sie vorhaben, und wir empfehlen Ihnen die wirtschaftlichste Holzart und den passenden Querschnitt – häufig eine Kombination, die Qualität dort einsetzt, wo sie zählt, und beim Rest spart.

Worauf Sie bei der Holzfeuchte achten

Die häufigste Ursache für Ärger am Bau ist zu feucht eingebautes Holz. Frisch geschnittenes Holz enthält viel Wasser; trocknet es erst in der fertigen Konstruktion, schwindet es, verzieht sich und reißt – im schlimmsten Fall arbeiten ganze Bauteile gegeneinander. Als Richtschnur gilt: Tragendes Holz sollte nicht über 20 % Holzfeuchte eingebaut werden, für trockene Innenräume sind rund 15 % ideal. Genau deshalb wird KVH technisch getrocknet – und genau deshalb gehört sägeraues Holz an Stellen, wo etwas Bewegung verziehen wird.

💡 Unser Tipp: Lagern Sie Bauholz vor der Verarbeitung trocken, luftig und vor Bodennässe geschützt – auf Unterleghölzern, überdacht, aber nicht luftdicht verpackt. So gleicht sich die Holzfeuchte langsam an die spätere Umgebung an, und das Holz arbeitet nach dem Einbau deutlich weniger.

Warum die Herkunft des Holzes zählt

Holz ist nicht gleich Holz. Wo es gewachsen ist und wie es verarbeitet wurde, entscheidet über seine Qualität. In unserem Sägewerk in Viechtach verarbeiten wir regionales Rundholz aus dem Bayerischen Wald – überwiegend Fichte und Tanne, dazu Kiefer und Strobe – aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Kurze Wege vom Wald ins Werk bedeuten frisches, rückverfolgbares Holz und eine ehrliche Ökobilanz. Den Strom für unsere Anlagen gewinnen wir aus Wasser- und Sonnenenergie.

Rundholz und Schnittholz im Sägewerk Lettl in Viechtach im Bayerischen Wald
Regionales Rundholz aus dem Bayerischen Wald – kurze Wege vom Wald in unser Sägewerk in Viechtach.

Seit 1925 und mittlerweile in vierter Generation wissen wir, worauf es bei gutem Bauholz ankommt – vom richtigen Einschnitt bis zur sauberen Trocknung. Ob ein paar Latten für den Heimwerker oder das komplette Holzpaket für den Hausbau: Sie bekommen bei uns Holz, das zu Ihrem Projekt passt, und eine Beratung, die mitdenkt.

Fazit

Die Wahl des richtigen Bauholzes ist keine Glaubensfrage, sondern eine der Anforderung: Massivholz für günstige, verdeckte Bauteile, KVH für maßhaltige, sichtbare Konstruktionen und BSH für große Spannweiten und schwere Lasten. Wer von Anfang an das passende Holz einplant – und auf die richtige Holzfeuchte achtet – baut langlebiger und am Ende oft günstiger. Welche Kombination für Ihr Vorhaben die beste ist, finden wir gern gemeinsam mit Ihnen heraus.

Häufige Fragen zu Bauholz

Was ist der Unterschied zwischen KVH und BSH?

KVH ist gewachsenes Vollholz aus einem Stück, das getrocknet und gehobelt wurde. BSH besteht aus mehreren verleimten Brettlagen und ist dadurch noch formstabiler und tragfähiger – vor allem für große Spannweiten. KVH ist günstiger, BSH leistungsfähiger.

Brauche ich für ein Carport KVH oder BSH?

Für die Stützen und Sparren reicht meist KVH. Soll das Carport ohne Mittelstütze über eine breite Einfahrt reichen, ist für den tragenden Querbalken BSH die richtige Wahl, weil es die Spannweite formstabil hält.

Kann ich sägeraues Holz auch sichtbar verbauen?

Möglich ja, ideal nein. Sägeraues Holz arbeitet stärker und kann reißen und sich verziehen. Für sichtbare Bauteile, bei denen die Optik zählt, ist gehobeltes KVH die bessere und auf Dauer schönere Wahl.

Welche Holzfeuchte sollte Bauholz beim Einbau haben?

Tragendes Holz sollte beim Einbau nicht über 20 % Holzfeuchte liegen, für trockene Innenräume sind etwa 15 % optimal. Technisch getrocknetes KVH erfüllt das ab Werk; sägeraues Holz sollte vor dem Einbau ausreichend ablagern.

Welches Holz ist am günstigsten?

Sägeraues Massivholz ist klar am günstigsten, KVH liegt im Mittelfeld, BSH ist am teuersten. Wirtschaftlich ist meist eine Kombination: teures Holz nur dort, wo seine Eigenschaften wirklich gebraucht werden.

Das passende Bauholz für Ihr Projekt – aus regionalem Schnitt

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