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Carport aus Holz planen: Welches Holz und welche Querschnitte?

Wer einen Carport aus Holz plant, stößt schnell auf Fragen, die über die reine Optik hinausgehen: Welche Holzart trägt zuverlässig, welcher Pfosten- und Sparrenquerschnitt passt zur gewünschten Spannweite, und wie viel Abstand dürfen die Sparren zueinander haben? Anders als beim Möbelbau geht es hier um Statik – ein zu schwach dimensionierter Carport hält der Schneelast im Bayerischen Wald nicht stand. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, worauf es bei Holzart, Querschnitten und Konstruktion ankommt, damit Ihr Carport nicht nur gut aussieht, sondern auch Jahrzehnte hält.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für sichtbare Pfosten und Sparren ist KVH die richtige Wahl – maßhaltig, rissarm, optisch hochwertig.
  • Ab etwa 5 Metern Spannweite (z. B. Doppelcarport ohne Mittelstütze) übernimmt BSH als Träger.
  • Typische Pfostenquerschnitte liegen zwischen 12×12 cm und 16×16 cm – abhängig von Spannweite und Dachlast.
  • Ein Pultdach braucht in der Regel weniger Holz als ein Satteldach mit gleicher Grundfläche.
  • Die genannten Maße sind Richtwerte – die verbindliche Bemessung liefert immer eine Statik, die Schneelast und Standort berücksichtigt.

Carport aus Holz: Was vorab feststehen sollte

Bevor Sie Holzart und Querschnitte festlegen, lohnt sich ein Blick auf drei Grundfragen: Wie breit und lang soll der Carport werden, welche Dachform ist gewünscht, und steht er freistehend oder an ein Gebäude angebaut? Ein einfacher Carport für einen Wagen kommt mit schlankeren Hölzern aus als ein freistehender Doppelcarport ohne Mittelstütze, der die gesamte Dachlast über zwei Außenreihen Pfosten abtragen muss. Auch die Schneelast am Standort spielt eine Rolle – im Bayerischen Wald reichen die Werte spürbar höher als im Flachland, das wirkt sich direkt auf die nötigen Querschnitte aus.

Grob gliedert sich ein Holzcarport in vier Bauteile: die Pfosten (tragen die Last zum Fundament ab), die Pfetten oder Träger (verbinden die Pfosten und tragen die Sparren), die Sparren (bilden die Dachfläche) sowie die Dachschalung oder Konterlattung darüber. Für jedes dieser Bauteile kommt je nach Anspruch eine andere Holzqualität infrage:

Bauteil Typisches Material Warum
Pfosten KVH sichtbar, maßhaltig, rissarm
Träger/Pfetten KVH oder BSH je nach Spannweite
Sparren KVH sichtbar von unten, formstabil
Schalung/Konterlattung sägeraues Massivholz verdeckt, wirtschaftlich
Die Bauteile eines Holzcarports und das jeweils passende Material im Überblick.

Welches Holz eignet sich für den Carport?

Da Pfosten und Sparren beim Carport nahezu immer sichtbar bleiben, fällt sägeraues Massivholz für die tragende Konstruktion in der Regel aus – es arbeitet zu stark und würde mit der Zeit unschön reißen und sich verziehen. Die bessere Wahl ist Konstruktionsvollholz (KVH): technisch auf rund 15 % Holzfeuchte getrocknet, gehobelt und gefast, bleibt es maßhaltig und sieht auch nach Jahren im Freien noch ordentlich aus. Für die meisten Einzel- und Standard-Doppelcarports reicht KVH völlig aus.

Erst wenn die Spannweite deutlich zunimmt – etwa bei einem freistehenden Doppel- oder Mehrfachcarport ohne Mittelstütze – kommt Brettschichtholz (BSH) ins Spiel. Weil mehrere Lamellen faserparallel verklebt sind, bleibt BSH auch über große Längen formstabil und trägt spürbar mehr als ein einzelner KVH-Balken gleichen Querschnitts. Der Aufpreis lohnt sich aber nur dort, wo die Statik ihn tatsächlich verlangt – für die meisten Einzelcarports genügt KVH als tragendes Bauholz.

Gestapelte KVH-Balken in verschiedenen Querschnitten im Holzlager des Sägewerk Lettl
KVH in unterschiedlichen Querschnitten – für Pfosten und Sparren eines Carports meist die wirtschaftlichste Wahl.

Pfosten- und Sparrenquerschnitte richtig einschätzen

Wie stark Pfosten und Sparren ausfallen müssen, hängt vor allem von der Spannweite, dem Sparrenabstand und der zu erwartenden Schneelast ab. Als grobe Orientierung – nicht als verbindliche Bemessung – haben sich in der Praxis folgende Richtwerte bewährt:

Spannweite Pfosten (KVH) Träger/Sparren Sparrenabstand
bis ca. 3,0 m 12×12 cm 8/20 cm KVH ca. 70–80 cm
bis ca. 3,5 m 14×14 cm 10/22 cm KVH ca. 62,5–70 cm
bis ca. 5,0 m 16×16 cm 12/28 cm BSH ca. 62,5 cm
über 5,0 m nach Statik BSH nach Statik nach Statik
Richtwerte für Pfosten- und Trägerquerschnitte je Spannweite. Die tatsächliche Bemessung hängt zusätzlich von Schneelast, Dachdeckung und Holzgüte ab und sollte durch eine Statik abgesichert werden.

Wichtig für die Praxis: Diese Tabelle ersetzt keine statische Berechnung. Gerade im Bayerischen Wald mit seinen höheren Schneelastzonen kann ein Querschnitt nötig sein, der über den bundesweiten Richtwerten liegt. Wir empfehlen daher, den Carport entweder über eine geprüfte Statik oder gemeinsam mit einem Zimmerer- oder Statikbüro zu planen – und uns Ihre gewünschte Spannweite zu nennen, damit wir das passende Holz in der richtigen Dimension direkt aus unserem Sortiment liefern.

Pultdach oder Satteldach: Auswirkung auf die Holzmenge

Die meisten Holzcarports werden heute als Pultdach ausgeführt: eine einzige, leicht geneigte Dachfläche, die Regen- und Schmelzwasser zu einer Seite ableitet. Konstruktiv ist das die einfachste und materialsparendste Lösung – alle Sparren laufen parallel in eine Richtung, es gibt keinen First und keine zusätzlichen Grat- oder Kehlsparren. Auch optisch fügt sich ein Pultdach unauffällig an ein bestehendes Gebäude an.

Ein Satteldach wirkt traditioneller und passt oft besser zu einem giebelständigen Wohnhaus, benötigt für dieselbe Grundfläche aber mehr Holz: First, zwei Dachflächen statt einer sowie in der Regel zusätzliche Verbindungen an First und Fußpunkt. Wer Wert auf ein einheitliches Erscheinungsbild mit dem Haus legt, wählt meist die Dachform des Hauptgebäudes; wer in erster Linie wirtschaftlich und einfach bauen möchte, fährt mit dem Pultdach besser.

Pfostenabstand, Fundament & Statik

Der Pfostenabstand ergibt sich aus der gewünschten Spannweite und der Anzahl der Zwischenstützen – bei einem Einzelcarport meist zwei bis vier Pfosten, bei längeren Anlagen entsprechend mehr. Jeder Pfosten braucht ein eigenes Punktfundament, das unterhalb der Frosttiefe gegründet wird, damit sich der Carport durch Frosthebung nicht verzieht. Auf dem Fundament sitzt in aller Regel ein verzinkter H-Anker oder Pfostenträger, der das Holz mit einigen Zentimetern Abstand über dem Boden hält.

💡 Unser Tipp: Lassen Sie den Pfosten nie direkten Erdkontakt haben – selbst technisch getrocknetes KVH nimmt am Boden dauerhaft Feuchtigkeit auf. Ein Pfostenträger aus verzinktem Stahl mit wenigen Zentimetern Luft zum Boden verlängert die Lebensdauer der Konstruktion erheblich und erspart Ihnen aufwendigen Holzschutz.

Gestapeltes Rundholz auf dem Lagerplatz des Sägewerk Lettl im Bayerischen Wald
Regionales Rundholz aus dem Bayerischen Wald – die Basis für das KVH und BSH, das später im Carport verbaut wird.

Warum die Herkunft des Holzes zählt

Ein Carport steht im Freien und ist Wind, Sonne und Schnee ausgesetzt – Eigenschaften wie eine saubere Trocknung und eine gleichmäßige Maserung machen hier den Unterschied zwischen einer Konstruktion, die zwei Jahrzehnte hält, und einer, die schon nach wenigen Jahren Risse zeigt. In unserem Sägewerk in Viechtach verarbeiten wir regionales Rundholz aus dem Bayerischen Wald – überwiegend Fichte und Tanne – aus nachhaltiger Forstwirtschaft, kurze Wege inklusive. Den Strom für Zuschnitt und Trocknung gewinnen wir aus Wasser- und Sonnenenergie.

Seit 1925 und mittlerweile in vierter Generation schneiden wir Bauholz für Dachstühle, Anbauten und eben auch Carports – auf Wunsch exakt auf die von Ihnen oder Ihrem Zimmerer geplanten Querschnitte zugeschnitten. So sparen Sie sich den Verschnitt auf der Baustelle und bekommen genau das Material, das Ihr Vorhaben braucht.

Fazit

Ein Carport aus Holz steht und fällt mit der richtigen Materialwahl: KVH für Pfosten und Sparren bis zu mittleren Spannweiten, BSH dort, wo eine große Fläche ohne Mittelstütze überspannt werden soll, und ausreichend dimensionierte Querschnitte, die auf die Schneelast am Standort abgestimmt sind. Wer außerdem auf ein sauberes Fundament ohne Holz-Erdkontakt achtet, baut sich einen Carport, der Jahrzehnte hält – und dabei gut aussieht. Sagen Sie uns Ihre geplante Spannweite und Dachform, und wir schneiden Ihnen das passende Holz direkt aus unserem Sortiment zu.

Häufige Fragen zum Holzcarport

Welche Holzart eignet sich am besten für einen Carport?

Für Pfosten und Sparren hat sich KVH (Konstruktionsvollholz) aus Fichte oder Tanne bewährt – es ist maßhaltig, rissarm und optisch hochwertig. Erst bei großen Spannweiten ohne Mittelstütze kommt das noch tragfähigere BSH zum Einsatz.

Wie dick müssen die Pfosten für einen Carport sein?

Als Richtwert gelten 12×12 cm bis 14×14 cm für die meisten Einzelcarports, ab etwa 5 Metern Spannweite eher 16×16 cm. Die genaue Dimension hängt von Spannweite, Schneelast und Dachform ab und sollte durch eine Statik abgesichert werden.

Brauche ich für einen Carport eine Baugenehmigung?

Das hängt von Grundfläche, Standort und den Regelungen Ihrer Gemeinde ab – in Bayern sind kleinere Carports bis zu einer bestimmten Grundfläche oft verfahrensfrei, größere oder grenznahe Vorhaben nicht. Fragen Sie im Zweifel vorab bei Ihrem zuständigen Bauamt nach.

KVH oder BSH – was ist für den Carport wirtschaftlicher?

KVH ist günstiger und für die meisten Carports völlig ausreichend. BSH lohnt sich erst dort, wo die Spannweite ein einzelnes KVH-Bauteil an seine Grenzen bringt, etwa bei einem freistehenden Doppelcarport ohne Mittelstütze.

Wie weit dürfen die Sparren beim Carport auseinander liegen?

Üblich sind Sparrenabstände zwischen 62,5 cm und 80 cm, abhängig von Sparrenquerschnitt und Dachlast. Ein größerer Abstand spart Holz, verlangt dafür aber einen stärkeren Sparrenquerschnitt.

Muss ich das Holz für den Carport zusätzlich behandeln?

Technisch getrocknetes KVH ohne Erdkontakt kommt in der Regel ohne chemischen Holzschutz aus. Ein Lasuranstrich schützt zusätzlich vor UV-Vergrauung und ist eine Frage der Optik, nicht der Haltbarkeit.

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