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Brandschutz im Holzbau: Wie sich Holz im Brandfall wirklich verhält

Beim Brandschutz im Holzbau begegnet uns immer wieder derselbe Satz: „Holz brennt doch.“ Das stimmt, und trotzdem führt der Satz in die Irre. Denn die entscheidende Frage im Brandfall lautet nicht, ob ein Baustoff brennt, sondern wie lange ein Bauteil seine Last noch trägt, während es brennt. Und genau darin ist Holz besser, als sein Ruf vermuten lässt: Es verliert seine Tragfähigkeit nicht schlagartig, sondern langsam, gleichmäßig und, was für Planer das Wichtigste ist, vorhersehbar. In diesem Ratgeber erklären wir, was beim Abbrand tatsächlich passiert, was Kürzel wie D-s2,d0 oder F30 bedeuten und warum der Querschnitt eines Balkens der wirksamste Brandschutz ist, den man einbauen kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Holz brennt berechenbar: Nadelholz brennt mit rund 0,8 Millimetern pro Minute ab, Brettschichtholz mit etwa 0,7. Daraus lässt sich die Tragfähigkeit rechnerisch nachweisen.
  • Die Kohleschicht schützt: Verkohltes Holz dämmt den darunterliegenden Kern gegen die Hitze ab und bremst den weiteren Abbrand.
  • Baustoffklasse ist nicht Feuerwiderstand: Holz ist normalentflammbar (D-s2,d0). Das sagt etwas über die Entzündbarkeit, aber nichts darüber, wie lange ein Bauteil trägt.
  • Der Querschnitt macht die Minuten: Ein dicker Balken hält länger als ein dünner. Beim sichtbaren Holzbau wird der Abbrand einfach eingeplant.
  • Beim Einfamilienhaus ist die Hürde niedrig: In den Gebäudeklassen 1 und 2 stellt die Bauordnung an tragende Bauteile in der Regel keine Feuerwiderstandsanforderung.

Warum Holz berechenbar brennt

Holz entzündet sich unter Einwirkung einer Zündquelle bei etwa 250 bis 300 Grad Celsius. Danach passiert etwas, das man an jedem Scheit im Ofen beobachten kann: Die Oberfläche verkohlt und wird schwarz, das Holz darunter bleibt hell. Diese Kohleschicht ist kein Schaden, sondern ein Schutz. Sie leitet Wärme deutlich schlechter als das Holz selbst und wirkt damit wie eine Dämmschicht, die den Kern von der Flamme abschirmt. Der Brand frisst sich deshalb nicht beschleunigt nach innen, sondern arbeitet sich langsam und mit annähernd gleichbleibender Geschwindigkeit vor.

Genau diese Gleichmäßigkeit macht Holz für den Brandschutz so angenehm. Der Eurocode 5 für die Brandbemessung (DIN EN 1995-1-2) legt für jede Holzart eine Abbrandrate fest, mit der Tragwerksplaner rechnen. Für Nadelholz als Vollholz sind das 0,8 Millimeter pro Minute, für Brettschichtholz 0,7 Millimeter. In diesen Werten sind Kantenrundungen und Risse bereits berücksichtigt. Der Rest ist schlichtes Rechnen: Was nach 30 oder 60 Minuten vom Querschnitt übrig ist, muss die Last noch tragen.

Holzprodukt Abbrandrate nach 30 Min. nach 60 Min. nach 90 Min.
Nadelholz, Vollholz
(Fichte, Tanne, Kiefer)
0,80 mm/min 24 mm 48 mm 72 mm
Brettschichtholz (BSH) 0,70 mm/min 21 mm 42 mm 63 mm
Laubholz, schwer
(ab 450 kg/m³ Rohdichte)
0,55 mm/min 17 mm 33 mm 50 mm
Abbrandtiefe je brandbeanspruchter Seite, gerundet. Rechenwerte nach DIN EN 1995-1-2; den Nachweis für das konkrete Bauteil führt der Tragwerksplaner.

Der Vergleich mit anderen Baustoffen fällt dabei erstaunlich günstig aus. Ungeschützter Baustahl brennt nicht, das stimmt, aber er verliert bei rund 500 Grad Celsius etwa die Hälfte seiner Festigkeit und gibt dann ohne Vorwarnung nach. Ein Holzbalken dagegen verliert Millimeter für Millimeter Querschnitt und kündigt sein Versagen an. Für die Feuerwehr ist das ein sehr relevanter Unterschied.

Baustoffklasse: was D-s2,d0 bedeutet

Auf jedem Datenblatt für Bauholz steht heute ein europäisches Kürzel. Es stammt aus der DIN EN 13501-1 und beschreibt das Brandverhalten des Baustoffs, also wie leicht sich das Material entzünden lässt und wie stark es zum Feuer beiträgt. Vollholz, Brettschichtholz und Brettsperrholz fallen dabei in die Klasse D-s2,d0. Der Buchstabe D steht für normalentflammbar, s2 für mittlere Rauchentwicklung und d0 dafür, dass nichts brennend abtropft. In der älteren deutschen DIN 4102-1 hieß dieselbe Eigenschaft schlicht B2.

Diese Angabe wird häufig missverstanden. Sie beschreibt das Verhalten einer Materialprobe im Prüfofen, nicht die Standfestigkeit eines fertigen Bauteils. Ein normalentflammbarer Baustoff kann in einer Konstruktion 90 Minuten Feuerwiderstand erreichen, während ein nicht brennbarer Baustoff schon nach 20 Minuten versagt. Baustoffklasse und Feuerwiderstand sind zwei völlig verschiedene Größen, und wer sie verwechselt, kommt zu falschen Schlüssen.

Klasse (DIN EN 13501-1) Bedeutung Alte Klasse (DIN 4102-1)
A1 und A2 nicht brennbar (Beton, Ziegel, Mineralwolle) A1, A2
B und C schwer entflammbar B1
D und E normalentflammbar, hier liegt Holz B2
F leicht entflammbar, im Bau nicht zulässig B3
Die Zusätze s (Rauch) und d (brennendes Abtropfen) ergänzen die Hauptklasse. Holz ist mit s2 und d0 in beiden Punkten unauffällig.

Feuerwiderstand: R, E, I und das alte F30

Der Feuerwiderstand beschreibt, wie lange ein Bauteil im Normbrandversuch seine Aufgabe erfüllt. Bewertet werden drei Eigenschaften, und die Buchstaben dahinter sind schnell erklärt. R steht für die Tragfähigkeit, das Bauteil hält also weiter seine Last. E steht für den Raumabschluss, es lässt kein Feuer und keinen Rauch durch. I steht für die Wärmedämmung, die vom Feuer abgewandte Seite bleibt so kühl, dass sich dort nichts entzündet.

Angehängt wird die Zeit in Minuten. REI 30 bedeutet also: 30 Minuten tragend, raumabschließend und wärmedämmend. Ein Balken, der nur trägt und nichts abschließt, wird dagegen mit R 30 beschrieben. Die früher übliche deutsche Bezeichnung F30 nach DIN 4102-2 meint dasselbe Schutzniveau wie REI 30 und wird auf Baustellen bis heute verwendet. In der Umgangssprache heißt REI 30 „feuerhemmend“, REI 60 „hochfeuerhemmend“ und REI 90 „feuerbeständig“.

💡 Unser Tipp: Verwechseln Sie die beiden Kürzel nicht, wenn Sie Angebote vergleichen. „Baustoffklasse D“ beschreibt das Material, „R 30″ beschreibt das fertige Bauteil. Steht in einer Ausschreibung eine Anforderung wie R 30 oder REI 60, ist immer die Konstruktion gemeint, nicht das gelieferte Holz.

Der Querschnitt ist der Brandschutz

Weil der Abbrand von außen nach innen läuft, ist die wirksamste Brandschutzmaßnahme im Holzbau überraschend simpel: mehr Holz. Man rechnet aus, wie viele Millimeter in der geforderten Zeit abbrennen, zieht sie vom Querschnitt ab und weist nach, dass der verbleibende Rest die Last noch trägt. Diesen Aufschlag nennt man Vorhaltemaß oder Abbrandzuschlag.

Ein Beispiel macht das greifbar. Ein Sparren mit 12 mal 16 Zentimetern liegt in einem offenen Dachstuhl frei und wird von unten und von beiden Seiten beflammt, also dreiseitig. Nach 30 Minuten sind an den beiden Flanken je 24 Millimeter weg und an der Unterseite ebenfalls 24 Millimeter. Übrig bleiben rund 7,2 mal 13,6 Zentimeter, das sind noch gut die Hälfte der ursprünglichen Querschnittsfläche. Ob das reicht, hängt von der Belastung ab, aber die Rechnung zeigt das Prinzip: Bei kleinen Querschnitten fällt der Abbrand prozentual sehr viel stärker ins Gewicht als bei großen. Ein filigraner Lattenrost ist im Brandfall schnell weg, ein kräftiger Balken hält lange.

Gestapelte Kanthölzer in verschiedenen Querschnitten im Holzlager des Sägewerk Lettl in Viechtach
Der Querschnitt entscheidet: Je massiver das Kantholz, desto geringer fällt der Abbrand prozentual ins Gewicht.

Der zweite Weg ist die Bekleidung. Wird die Konstruktion mit Gipskarton- oder Gipsfaserplatten verkleidet, beginnt der Abbrand erst, wenn diese Schicht versagt hat. Damit lassen sich auch schlanke Querschnitte auf die geforderte Zeit bringen, allerdings um den Preis, dass man das Holz nicht mehr sieht. Welcher Weg der richtige ist, hängt vom Bauvorhaben ab. Wer den Dachstuhl offen zeigen möchte, plant den Abbrand ein; wer ohnehin ausbaut, verkleidet. Die Frage, wann sich sichtbares Holz lohnt und wann nicht, haben wir im Beitrag Dachstuhl aus Holz: sichtbar oder verdeckt ausführlich behandelt.

Offener Dachstuhl von innen mit sichtbaren Sparren und Balken aus Nadelholz im warmen Tageslicht
Sichtbare Konstruktionen sind kein Brandschutzproblem, solange der Abbrand von Anfang an mitgerechnet wird.

Ein dritter Punkt wird oft übersehen: die Verbindungsmittel. Stahlteile leiten Wärme sehr gut und werden im Brandfall zur Schwachstelle. Deshalb werden Verbindungen im brandschutztechnisch anspruchsvollen Holzbau nach Möglichkeit innenliegend ausgeführt oder mit Holzstopfen abgedeckt, damit das Holz den Stahl schützt und nicht umgekehrt.

Was gilt für mein Bauvorhaben?

Wie viel Feuerwiderstand gefordert wird, hängt nicht vom Baustoff ab, sondern von der Gebäudeklasse. Sie richtet sich im Wesentlichen nach der Höhe des Gebäudes und der Größe der Nutzungseinheiten. Für die allermeisten privaten Bauherren im Bayerischen Wald ist die Sache damit unspektakulär: Ein freistehendes Einfamilienhaus oder eine Doppelhaushälfte fällt in die Gebäudeklassen 1 oder 2, und dort stellt die Bauordnung an tragende Bauteile in der Regel keine Anforderung an eine bestimmte Feuerwiderstandsklasse.

Gebäudeklasse Typisches Gebäude Tragende Bauteile
GK 1 und 2 freistehendes Wohnhaus, Doppelhaus, kleines Nebengebäude in der Regel keine Feuerwiderstandsklasse gefordert
GK 3 Wohngebäude bis 7 m Höhe feuerhemmend (F 30 bzw. REI 30)
GK 4 Wohngebäude bis 13 m Höhe hochfeuerhemmend (F 60 bzw. REI 60)
GK 5 größere Gebäude bis zur Hochhausgrenze feuerbeständig (F 90 bzw. REI 90)
Orientierung nach der Musterbauordnung. Verbindlich ist immer die Bayerische Bauordnung in der geltenden Fassung und die Aussage Ihres Planers.

Auch darüber hinaus ist Holz längst kein Sonderfall mehr. Die Muster-Holzbaurichtlinie in der Fassung von Oktober 2020, die in Bayern als Technische Baubestimmung eingeführt wurde, regelt den Holzbau in den Gebäudeklassen 4 und 5 bis zur Hochhausgrenze und lässt unter definierten Bedingungen sogar sichtbare Holzoberflächen zu. Was vor zwanzig Jahren noch eine Ausnahmegenehmigung brauchte, ist heute geregelter Standard. Für Bauvorhaben dieser Größe gehört die Planung allerdings zwingend in die Hand eines Fachplaners für Brandschutz.

Woran es in der Praxis scheitert

In der Praxis versagen Holzkonstruktionen im Brandfall fast nie am Holz selbst, sondern an Details, die bei der Ausführung untergegangen sind. Die folgenden Punkte begegnen uns in Gesprächen mit Zimmerern immer wieder:

  • Offene Hohlräume: Durchgehende Luftschichten in Wand oder Decke wirken wie Kamine und tragen das Feuer weiter, als es der Querschnitt vermuten lässt. Sie gehören abgeschottet.
  • Durchbrüche für Leitungen: Jede Bohrung durch ein raumabschließendes Bauteil hebt dessen Wirkung auf, wenn sie nicht fachgerecht geschlossen wird.
  • Ungeschützte Stahlteile: Sichtbare Winkel, Laschen und Zuganker leiten die Hitze direkt ins Holz.
  • Zu knappe Querschnitte: Wer beim Bauholz spart, spart auch beim Vorhaltemaß.
  • Brennbare Dämmung im falschen Aufbau: Der Dämmstoff kann die Brandlast erhöhen, wenn er nicht zum Bauteilaufbau passt.

Was Sie dagegen nicht brauchen, ist eine chemische Brandschutzbehandlung des Bauholzes. Solche Beschichtungen verzögern die Entzündung der Oberfläche und haben ihren Sinn bei Ausbauteilen mit hohen Anforderungen an die Baustoffklasse. Für den tragenden Querschnitt eines Sparrens bringen sie nichts, denn dort zählt allein, wie viel Holz nach 30 Minuten noch übrig ist. Deutlich mehr für die Qualität Ihres Bauholzes bewirkt eine saubere Trocknung und Lagerung, wie wir sie im Beitrag Holz richtig trocknen und lagern beschreiben.

Bauholz aus eigenem Schnitt

Damit ein Balken im Brandfall das leistet, was der Statiker berechnet hat, muss er dem entsprechen, was auf dem Papier steht. Das klingt selbstverständlich, ist aber der Punkt, an dem sich sauber sortiertes Bauholz auszahlt: Der Querschnitt muss stimmen, die Sortierung muss stimmen, und das Holz muss trocken genug sein, damit es sich nicht verzieht und nicht unkontrolliert aufreißt. Risse sind für den Abbrand nicht belanglos, denn sie vergrößern die Oberfläche, an der das Feuer angreift.

Wir schneiden in Viechtach regionales Nadelholz aus dem Bayerischen Wald ein: Fichte, Tanne, Kiefer und Weymouthskiefer, mit Strom aus eigener Wasser- und Sonnenenergie. Neben Bauholz und Kanthölzern liefern wir Konstruktionsvollholz und Brettschichtholz für den Holzbau. Welches dieser Produkte für welchen Zweck das richtige ist, erklären wir im Ratgeber KVH, BSH oder Massivholz. Und wenn es um die Querschnitte für ein konkretes Vorhaben geht, hilft der Beitrag Carport aus Holz planen beim Einstieg.

Produktions- und Sortierlinie im Sägewerk Lettl in Viechtach mit frisch geschnittenem Nadelholz
Aus regionalem Rundholz entsteht in unserer Produktion in Viechtach das Bauholz für Dachstuhl, Carport und Anbau.

Fazit

Holz brennt, und trotzdem ist es ein guter Baustoff für den Brandfall. Der Grund liegt in der Kohleschicht, die sich vor den tragenden Kern legt und den Abbrand auf ein berechenbares Maß bremst. Aus dieser Berechenbarkeit macht der Ingenieur einen Nachweis, aus dem Nachweis wird ein Querschnitt, und aus dem Querschnitt wird ein Dachstuhl, der auch nach 30 Minuten Feuer noch steht. Für ein Einfamilienhaus sind die baurechtlichen Anforderungen dabei niedriger, als die meisten Bauherren erwarten. Wichtiger als jede Beschichtung sind saubere Querschnitte, ordentlich ausgeführte Anschlüsse und ein Handwerker, der weiß, was er tut.

Häufige Fragen zum Brandschutz im Holzbau

Brennt ein Holzhaus schneller ab als ein Massivhaus?

Nein, jedenfalls nicht in dem Sinn, wie die Frage meist gemeint ist. Was in einem Wohnhaus zuerst brennt, sind Möbel, Textilien und Kunststoffe, und das ist in jedem Gebäude gleich. Die tragende Konstruktion aus Holz verliert ihre Tragfähigkeit langsam und angekündigt, während ungeschützter Stahl bei etwa 500 Grad Celsius plötzlich nachgibt. Versicherungsstatistiken zeigen keinen erhöhten Brandschaden bei Holzhäusern.

Was bedeutet F30 bei einem Holzbalken?

F30 nach der alten DIN 4102-2 und REI 30 nach der europäischen Klassifizierung bezeichnen dasselbe Schutzniveau: Das Bauteil erfüllt seine Aufgabe im Normbrandversuch mindestens 30 Minuten lang. Bei einem Balken, der nur trägt und keinen Raum abschließt, spricht man genauer von R 30. Die Angabe gilt immer für das Bauteil in seiner geplanten Einbausituation, nicht für das Holz als Material.

Ist Holz leicht entflammbar?

Nein. Bauholz gilt als normalentflammbar und wird nach DIN EN 13501-1 in die Klasse D-s2,d0 eingestuft, nach der älteren DIN 4102-1 in B2. Leicht entflammbar wäre die Klasse F beziehungsweise B3, und solche Baustoffe dürfen im Bauwesen ohnehin nicht eingesetzt werden. Ein massiver Balken lässt sich mit einem Streichholz nicht anzünden, dafür braucht es eine dauerhafte, starke Wärmequelle.

Darf ich meinen Dachstuhl sichtbar lassen?

Beim Einfamilienhaus in Gebäudeklasse 1 oder 2 in aller Regel ja, weil dort keine Feuerwiderstandsklasse für tragende Bauteile gefordert wird. Bei höheren Gebäudeklassen ist sichtbares Holz ebenfalls möglich, dann aber nur im Rahmen der Muster-Holzbaurichtlinie und mit entsprechendem Nachweis. Die Entscheidung trifft in beiden Fällen der Planer, nicht der Holzlieferant.

Muss Bauholz mit Brandschutzmittel behandelt werden?

Für tragende Bauteile in normalen Wohngebäuden nicht. Brandschutzbeschichtungen verbessern die Baustoffklasse der Oberfläche, verlängern aber nicht die Tragfähigkeit eines Querschnitts im Brandfall. Wo eine bessere Baustoffklasse gefordert ist, etwa bei bestimmten Ausbau- oder Fassadenteilen in größeren Gebäuden, schreibt der Brandschutznachweis das ausdrücklich vor.

Wie dick muss ein Balken sein, damit er 30 Minuten hält?

Das lässt sich nicht pauschal sagen, weil es von der Belastung, der Spannweite und der Anzahl der beflammten Seiten abhängt. Als Orientierung: Bei dreiseitiger Beanspruchung fehlen nach 30 Minuten an einem Nadelholzbalken rund 24 Millimeter je Seite. Was danach übrig bleibt, muss die Last noch tragen. Den Nachweis führt der Tragwerksplaner, wir liefern anschließend den Querschnitt, der dabei herauskommt.

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