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Vermessen und sortieren – moderne Technik für mehr Effizienz im Sägewerk Lettl

Holz ist ein natürlicher Werkstoff – gewachsen, individuell, lebendig. Umso wichtiger ist es, jedes einzelne Brett präzise zu erfassen, richtig einzuordnen und effizient weiterzuverarbeiten. Im Sägewerk Lettl in Viechtach wurde genau an diesem Punkt investiert: in eine moderne Vermessungseinheit mit integrierter Fallboxensortierung. Ziel war es, die Schnittholzsortierung zu optimieren, Arbeitsabläufe zu verschlanken und die Qualität weiter zu steigern.

Regional verwurzelt, technisch zukunftsfähig

Das Sägewerk Lettl produziert hauptsächlich Fichtenschnittholz für den Baubereich. Zimmereien in der Region, aber auch Kunden in ganz Deutschland und Österreich, werden zuverlässig beliefert. Das Rundholz stammt aus einem Umkreis von rund 80 Kilometern – kurze Wege und nachhaltige Forstwirtschaft sind dabei zentrale Bestandteile der Unternehmensphilosophie.

Mit jährlich rund 10.000 Festmetern eingeschnittenem Nadelholz ist eine präzise und strukturierte Weiterverarbeitung entscheidend. Gerade bei Seitenware und unterschiedlichen Dimensionen war die Sortierung bislang arbeitsintensiv. Vieles wurde händisch sortiert und gestapelt. Dieser Prozess sollte effizienter gestaltet werden – ohne dabei an Flexibilität oder Qualität zu verlieren.

Von Handarbeit zur automatisierten Sortierung

Die installierte Vermessungseinheit erfasst Schnittholz mit Längen von bis zu sechs Metern sowie unterschiedlichen Breiten und Stärken. Jedes Brett wird digital vermessen und anschließend automatisch in die passende Fallbox geleitet. Die Sortierung erfolgt nach Dimension oder Qualität – exakt abgestimmt auf die jeweiligen Anforderungen.

Über einen Hochförderer gelangen die Bretter in die vorgesehenen Boxen. Dort werden sie sortenrein gesammelt und für die weitere Verarbeitung vorbereitet. Die Steuerung erkennt dabei unter anderem die Brettbreite und berechnet, wie viele Bretter pro Lage benötigt werden. So entsteht eine saubere, effiziente Stapelung – mit gleichbleibender Qualität.

Vor dem Stapelprozess wird das Holz bei Bedarf noch auf die gewünschte Länge gekappt. Dieser integrierte Ablauf sorgt für eine strukturierte Weiterverarbeitung und reduziert manuelle Eingriffe deutlich.

Mehr Effizienz in der innerbetrieblichen Logistik

Ein entscheidender Vorteil der neuen Anlage liegt in der verbesserten innerbetrieblichen Logistik. Während die Sortierung früher direkt im Sägewerksbereich stattfand, wurde die neue Technik in einer separaten Halle installiert. Das schafft Platz, verbessert die Abläufe und sorgt für klar strukturierte Arbeitsbereiche.

Die fertig gestapelten Pakete können direkt weitertransportiert oder in die angrenzende Trockenkammer gebracht werden. Das reduziert Wege, spart Zeit und erhöht die Prozesssicherheit. Gerade bei steigenden Anforderungen an Lieferzeiten und Produktqualität ist eine durchdachte Logistik ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Eigenleistung und Know-how als Erfolgsbasis

Ein Großteil der Installation und Anpassung erfolgte in enger Abstimmung mit dem Maschinenhersteller – ergänzt durch viel Eigenleistung. Dieses Zusammenspiel aus externer Technik und internem Know-how spiegelt die Arbeitsweise des Sägewerks Lettl wider: modern denken, aber handwerklich verwurzelt bleiben.

Die Kombination aus Erfahrung, technischem Verständnis und praktischer Umsetzung sorgt dafür, dass die Anlage optimal auf die Bedürfnisse des Betriebs abgestimmt ist. Standardlösungen reichen oft nicht aus – individuelle Anpassungen machen den Unterschied.

Qualität als oberstes Ziel

Für Zimmereien und holzverarbeitende Betriebe ist maßgenaues, sortenreines Schnittholz essenziell. Ungenaue Dimensionen oder unsaubere Stapelungen können im weiteren Bauprozess zu Verzögerungen führen. Die neue Vermessungs- und Sortiertechnik minimiert solche Risiken.

Jedes Brett wird exakt erfasst, systematisch zugeordnet und präzise gestapelt. Das sorgt nicht nur für effizientere Abläufe im eigenen Betrieb, sondern auch für eine höhere Planungssicherheit beim Kunden.

Nachhaltigkeit durch Struktur und Präzision

Nachhaltigkeit beginnt nicht erst im Wald, sondern setzt sich in der gesamten Verarbeitungskette fort. Durch optimierte Sortierprozesse wird Material effizient genutzt, Ausschuss reduziert und Arbeitszeit sinnvoll eingesetzt. Eine strukturierte Verarbeitung trägt dazu bei, Ressourcen bestmöglich zu verwerten.

In Kombination mit regionaler Holzbeschaffung, kurzen Transportwegen und nachhaltiger Forstwirtschaft entsteht ein ganzheitlicher Ansatz: vom Rundholz bis zum fertigen Schnittholzpaket.

Ein Schritt in die Zukunft

Die Investition in moderne Vermessungs- und Sortiertechnik ist für das Sägewerk Lettl ein konsequenter Schritt in Richtung Zukunftssicherheit. Der Holzmarkt stellt steigende Anforderungen an Präzision, Verfügbarkeit und Effizienz. Gleichzeitig bleibt die Verwurzelung in der Region ein zentraler Bestandteil der Unternehmensidentität.

Tradition und Innovation schließen sich nicht aus – sie ergänzen sich. Die neue Anlage zeigt, wie handwerkliche Erfahrung und digitale Steuerung sinnvoll miteinander kombiniert werden können.

Vom Rundholz aus dem Bayerischen Wald bis zum sortenreinen Schnittholzpaket: Jeder Schritt ist durchdacht, strukturiert und auf Qualität ausgelegt. Genau das macht moderne Holzverarbeitung im Sägewerk Lettl aus.

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